Stadtjubiläum Rostock | 800 Jahre Hansestadt | 600 Jahre Unviversität
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Skyline Rostock Stadthafen

Unser Hafen. Rostocks Tor zur Welt. 1960-1990

Hafenbuch

Buch in der „!Edition Rostock 800!“ / Verlag Redieck & Schade Rostock GmbH

Buchpremiere: 3. Mai, 18:00 Uhr in der Societät maritim, Eintritt frei – der Verlag lädt herzlich ein!

Wenn die Stadt Rostock am 24. Juni ihren 800. Geburtstag feiert, werden Erinnerungen an vergangene Zeiten wach. Was machte die Stadt vor 60, 50 oder 40 Jahren aus?

Der Rostocker Seehafen gehört auf alle Fälle dazu!

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden mit viel Fleiß und Ideenreichtum die wirtschaftlichen Schäden des 2. Weltkrieges beseitigt und auch im Osten Deutschlands neue Industrien geschaffen. Die DDR begann mit einer internationalen Außenhandelswirtschaft, nicht nur in Richtung Sowjetunion. Für Waren, die nach Übersee verschifft wurden, musste man den leistungsfähigen Hafen von Hamburg nutzen. Das aber war teuer. Fazit: Ein eigener internationaler Hafen musste her. Zwei Seehäfen waren für einen solchen Ausbau geeignet, die Häfen in Wismar und Rostock. Der Beschluss der DDR-Regierung fiel zu Gunsten der Stadt Rostock aus. So wurde das Dorf Petersdorf am Ufer der Warnow aufgegeben und abgerissen. In der gesamten DDR sammelten Bauern, Schüler, Studenten und Arbeiter Feldsteine für die Hafenmole in Warnemünde. Der Seekanal, als Zufahrt zum neuen Hafen entstand. Zwei riesige Hafenbecken wurden in den feuchten Wiesengrund gegraben. Beim Ort Peez legte man einen gewaltigen Ölhafen an. Kais und Straßen entstanden, Lagerhallen wurden gebaut. Vor dem Hafen wurde der zweitgrößte Rangierbahnhof der DDR mit 420 km Gleisen auf einer Länge von 10 km mit Abstellgleisen, Ablaufbergen und Werkstätten errichtet.

Vom ersten Spatenstich 1956 an dauerte es vier Jahre, bis alles geschafft war. Ab 1960 prägte der Rostocker Hafen maßgeblich die Entwicklung der Stadt Rostock mit und ist auch heute noch „Rostocks Tor zur Welt“.

30 MitarbeiterInnen – etliche von ihnen von der ersten Stunde an – haben ihren Geschichten aus dem Rostocker Hafen zu Papier gebracht.

Anschaulich illustriert, wird dargestellt, wie die Hafenleute, die Spediteure, die Schiffsmakler, die Eisenbahner und andere Dienstleister einen Hafen aufbauten und betrieben, der sich bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts nach Hamburg und Bremen zum drittgrößten Hafen Gesamtdeutschlands entwickelte.

Geschichte(n) erzählen, die sonst niemand weiß …

Der Rostocker Überseehafen beschäftigte zu DDR Zeiten 5.000 Mitarbeiter. 3.000 weitere, die als „Dienstleister“ tätig waren, kommen hinzu. Und jeder einzelne könnte sicher eine spannende Geschichte aus seiner Arbeitswelt erzählen.

Redieck & Schade lassen in ihrem Buch Buch 30 von ihnen zu Wort kommen. Liebevoll und voller Stolz berichten sie von Bananen und Apatit, von Säcken, Kisten und Ballen, von Containern und Kranen, von Schnee und Eis im Hafen, dem Berufsverkehr, der Kinderbetreuung, der Betriebssportgemeinschaft, also von der täglichen Arbeit, den vielen großen und kleinen Problemen, den pfiffigen Lösungen, der Zusammenarbeit und Auseinandersetzung aller zum Hafenbetrieb gehöriger Betriebe, von der gegenseitigen Hilfe, von der großen Hafenfamilie…

Für die Beschäftigten des VEB Seehafen und für die Mitarbeiter weiterer im Hafengebiet angesiedelter Betriebe organisierte der VEB Seehafen einen Berufsverkehr mit eigenen Bussen in alle Rostocker Stadtteile und in die Randgemeinden. Dazu kam ein Fährverkehr über die Warnow nach Warnemünde und nach Schmarl. Die Deutsche Reichsbahn setzte einen über 24 Stunden gehenden Zugverkehr mit der S-Bahn aus Rostock und aus dem Umland ein. Hafenneuigkeiten wurden über einen Betriebsrundfunk und über die wöchentliche „Hafenrundschau“ mitgeteilt. Es gab Geschäfte für Lebensmittel, Gemüse, eine Apotheke, Friseur, Post, Reparaturdienste für Schuhe, ein Ärztehaus mit allen Fachbereichen und in Krummendorf eine angeschlossene Bettenstation. Man kann also sagen, das gesamte Gebiet des Hafens war eine eigene Stadt, verbunden durch die Autobahn, die Eisenbahn und die Fähren über die Warnow mit der übrigen DDR.

Es ist eine Publikation entstanden, die Ältere an eine vergangene Zeit erinnert und Jüngeren zeigt, welchen Ruf der Rostocker Hafen hatte und noch heute hat.

224 Seiten, 65 Abbildungen